Achterbahn der Gefühle
Bochum-Wattenscheid war am vergangenen Wochenende der Mittelpunkt des deutschen Leichtathletik-Nachwuchses. Die Deutschen Meisterschaften der Altersklassen U18 und U20 fanden im frisch renovierten Lohrheidestadion statt, das mit Investitionen von rund 50 Millionen Euro in neuem Glanz erstrahlt. Die moderne Arena bot den jungen Athletinnen und Athleten hervorragende Bedingungen und war eine gelungene Generalprobe für die FISU World University Games, die hier nur zwei Wochen später ausgetragen werden.
Ein Fokus lag auf den Langsprinterinnen, bei denen das Team in maximaler Ausbeute an den Start ging, da Lotta Frindt noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses laborierte. Unter den startenden Athletinnen waren Eni Kuske und Amelie Brandl. Die Vorläufe über die 400 Meter wurden bereits am Freitag ausgetragen. Eni Kuske zeigte sich dabei in bestechender Form und gewann ihren Halbfinallauf souverän in 56,40 Sekunden, womit sie sich direkt für das Finale qualifizierte.
Für Amelie Brandl lief es im Vorlauf nicht ganz so rund. Sie kam nach 59,24 Sekunden ins Ziel. Brandl hatte in der Woche vor den Meisterschaften erneut mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen und konnte sich daher nicht optimal auf den Wettkampf vorbereiten. Trotz dieser Widrigkeiten stellte sie sich der Herausforderung.
Im Finale über 400 Meter zeigte Eni Kuske erneut ihr großes Potenzial. Sie lief ein mutiges Rennen und sicherte sich mit ihrer zweitbesten Zeit von 55,71 Sekunden erneut den vierten Platz. Nach ihrem vierten Platz bei der Hallen-DM in Dortmund bestätigte sie damit auch unter freiem Himmel ihre Position in der nationalen Spitze.
Feueralarm verzögert Rennen, Kuske verzichtet auf Finale
Am Sonntag stand für Eni Kuske nach den intensiven 400-Meter-Läufen eine weitere Herausforderung an: die 200 Meter. Das Rennen wurde jedoch durch einen Feueralarm um rund 40 Minuten verzögert, was für die Athletinnen, die sich bereits im Callroom befanden, eine zusätzliche Belastung darstellte. Trotz dieser Unterbrechung qualifizierte sich Kuske mit einer Zeit von 24,98 Sekunden für das Finale. Angesichts der vorangegangenen anstrengenden Wettkämpfe und der Verzögerung entschied sie sich zusammen mit ihrem Coach, auf das Finale zu verzichten, bereits kommendes Wochenende werden die Bayerischen Meister und Meisterinnen gesucht.
Top-10-Platzierung im Dreisprung
Auch in den technischen Disziplinen gab es aus Zirndorfer Sicht Grund zur Freude. Im Dreisprung der Altersklasse U18 konnte Tim Bachmann seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. In einem qualitativ wie quantitiv starken Teilnehmerfeld springt Tim zunächst mutig und mit beachtlicher Weite, leider minimal übertreten. Dann folgt ein Sicherheitssprung auf 13,75 m, die zweitbeste Weite seiner Dreisprungkarriere. Sein Stützpunktrainer Christian Hofmann, der ihn auch nach Bochum begleitete, ist sich sicher, dass Tim demnächst belohnt wird mit der 14 vor dem Komma. In diesem Wettkampf wird es ein starker 10. Platz.
Bittere Pille für Langsprinterin
Einziger Wermutstropfen aus Zirndorfer Sicht war am Ende die Nicht-Nominierung von Eni Kuske für die bevorstehenden Europameisterschaften. Der Bundestrainer zog überraschend die Sechstplatzierte Chemnitzerin in Betracht.
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