Athleten machen ihre Trainer sprachlos
Die süddeutschen Hallenmeisterschaften in Frankfurt Kalbach boten an diesem Wochenende einen hochklassigen Rahmen für die besten Athletinnen und Athleten der Aktiven und U18. 1128 Starterinnen und Starter sorgten für volle Felder und ein Leistungsniveau, das den Charakter dieser Meisterschaften als eines der wichtigsten Events der Hallensaison eindrucksvoll bestätigte. Auch der TSV Zirndorf war mit einer kleinen, aber hochqualifizierten Delegation vertreten: dem Langsprint Duo Mika Gutsche und Eni Kuske, der vielseitigen U18 Athletin Amelie Giese sowie Antonia Sörgel, die jedoch krankheitsbedingt passen musste.
Für Amelie Giese wurde das Wochenende in Frankfurt zu einem echten Leistungstest: Bereits am Samstag um 11 Uhr startete sie über die 60 Meter Flachstrecke. Nach 7,86 Sekunden im Vorlauf steigerte sie sich im Zwischenlauf auf 7,75 Sekunden und verbesserte damit ihre persönliche Bestmarke um eine Hundertstel gegenüber München. Im hochklassigen Finale bestätigte sie ihre Stabilität und sprintete in 7,79 Sekunden auf Platz acht.
Für Gutsche und Kuske begann das Wochenende am Samstag mit den 400 Meter Vorläufen – und beide setzten gleich ein erstes Ausrufezeichen. Obwohl sie der Altersklasse U20 angehören, mussten sie sich im Feld der Männer bzw. Frauen behaupten. Umso bemerkenswerter war ihr Auftreten: Gutsche gewann seinen Vorlauf in 49,88 Sekunden von Bahn 2, Kuske setzte sich in 55,75 Sekunden ebenso souverän durch. Ein Auftakt, der zeigte, dass Beide bereit sind.
Am Sonntag folgte dann der Ernstfall – die erste echte Doppelbelastung im Hinblick auf die nationalen Titelkämpfe in zwei Wochen. Mika Gutsche ging sein Finale mutig an, hielt sich lange im dichten Feld und bestätigte mit 49,93 Sekunden erneut seine beeindruckende Konstanz im Bereich seiner Bestmarke. Am Ende stand ein starker 7. Platz in einem hochklassigen Männerfeld. Sein Trainer Marcus Grun zeigte sich positiv gestimmt: „Mika und Eni waren beide sensationell. Die Trainingswerte haben das seit Wochen gezeigt, es ging lediglich darum, das richtige Rennen zu bekommen und es auf die Bahn zu stellen. Jetzt ist das A und O, gesund bis zur ‚Deutschen‘ zu bleiben!“
Für Eni Kuske wurde das Finale zu einer mentalen Herausforderung. Schon im vergangenen Jahr hatte sie bei den Meisterschaften mit einer 40 minütigen Verzögerung aufgrund eines Feueralarms zu kämpfen – und diesmal schien sich die Geschichte zu wiederholen. Genau zu ihrem Lauf fiel die Startanlage aus, sodass der Start um weitere 20 Minuten verschoben werden musste. Mit einer neuen Anlage und viel Geduld hieß es: Nerven bewahren. Kuske tat genau das. In einem packenden Duell mit Lucia Sturm sprintete sie in 55,06 Sekunden zu einer deutlichen neuen persönlichen Bestleistung und gewann Silber. Mit dieser Zeit führt sie aktuell sogar die Deutsche Jahresbestenliste der U20 an.
Auch Giese hatte am zweiten Tag der Veranstaltung noch ein straffes Programm. Im Weitsprung entwickelte sich ein hochspannender Wettkampf, in dem die Obermichelbacherin lange führte, vor dem letzten Versuch jedoch auf Rang vier zurückfiel. Doch Amelie bewies Nervenstärke: Mit einem kraftvollen Satz auf 5,78 Meter – persönliche Bestleistung – katapultierte sie sich zurück an die Spitze und sicherte sich den süddeutschen Meistertitel. Ihre Trainerin Tina Pröger brachte es anschließend auf den Punkt: „Es ist wirklich beeindruckend, wie sie es immer wieder schafft, im entscheidenden Moment ihre maximale Leistung abzurufen.“
Der enge Zeitplan verlangte Amelie zusätzlich einiges ab. Um rechtzeitig im Finale über 60 Meter Hürden antreten zu können, musste sie sogar einen Sprung auslassen. Dennoch zeigte sie auch dort ihre Klasse und sprintete als Zweite ins Ziel – süddeutsche Vizemeisterin im Hürdensprint. Damit krönte sie ein ohnehin herausragendes Wochenende, an dem sie nicht nur zwei Medaillen gewann, sondern auch im Sprint bis ins Finale vordrang und mit 7,75 Sekunden eine neue Bestleistung erzielte. Diese Zeit macht sie zur schnellsten Athletin ihres Jahrgangs 2010 und bedeutet zugleich die Qualifikation für die Deutschen U20 Meisterschaften.
Auch wenn Antonia Sörgel krankheitsbedingt nicht an den Start gehen konnte, unterstreicht allein ihre Qualifikation das gestiegene Leistungsniveau im Zirndorfer Lager. Am Ende bleibt ein Wochenende, das eindrucksvoll zeigte, wie stark und nervenfest die Zirndorfer Athletinnen und Athleten auf süddeutscher Ebene auftreten können – und eines, das selbst erfahrene Trainerinnen und Trainer für einen Moment sprachlos machte.
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